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16.06.2004
Hochschulumfrage: Keine optimalen Bedingungen für Studierende mit Behinderungen

Das seit 1. Mai 2002 geltende Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) hat auch Auswirkungen auf die deutschen Hochschulen. "Artikel 28 des BGG enthält Änderungen des Hochschulrahmengesetzes (HRG) mit dem Ziel, Benachteiligungen behinderter Studierender zu vermeiden und ihre Eigenständigkeit und Chancengleichheit zu fördern", sagte heute Professor Christian Bühler vom Aktionsbündnis barrierefreie Informationstechnik (AbI). Dies betreffe insbesondere die Barrierefreiheit, die erstmals auch die Informationstechnik umfasse. Der Bund habe mit der Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik (BITV) Umsetzungsstandards vorgelegt.

"Es ist Sache der jeweiligen Hochschulleitung, die gesetzlichen Standards im Sinne von Studierenden mit Behinderungen umzusetzen", so Bühler. Den aktuellen Stand der Barrierefreiheit in der Informationstechnik an Universitäten und Fachhochschulen zeigt eine aktuelle Umfrage von AbI. Bis Ende Mai antworteten 162 der 330 angeschriebenen Hochschulen - also rund 49 Prozent - auf Fragen zum barrierefreien Internetauftritt und Konsequenzen aus den gesetzlichen Änderungen.

Bühler: "Die meisten gaben an, Studierende mit Behinderungen durch barrierefreie Gestaltung von Infrastruktur und Angeboten zu unterstützen." Weniger positiv sei das Ergebnis hinsichtlich barrierefreier Informationstechnik und die Einbeziehung von Mitarbeitern oder Studierenden mit Behinderungen bei der Konzeption und Umsetzung von Barrierefreiheit. Fast die Hälfte aller befragten Hochschulen hätten sich mit der Erstellung barrierefreier Internetseiten noch nicht befasst.

Auch wenn für die Ergebnisse unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen seien, wie zum Teil noch unklare Ländergesetzgebung, Größe der Hochschule, zur Verfügung stehende finanzielle und personelle Mittel oder Art der Studienangebote, hätten sich insgesamt viel zu wenig Hochschulen mit dem Thema beschäftigt und bezögen die betroffenen Mitarbeiter und Studierenden nicht in die Planung und praktische Umsetzung ein. "Es bleibt also noch viel zu tun", lautet das Fazit von Professor Bühler.

Mehr Informationen zu den Antworten der Hochschulen finden Sie unter Web ohne Barrieren - Hochschulumfrage.

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