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Test der Woche vom 08.11.2005
Greenpeace

ist seit der Gründung vor 25 Jahren immer wieder mit ungewöhlichen oder spektakulären Aktionen in den Medien. Ziel war es stets, für Themen wie Umwelt- oder Artenschutz zu sensibilisieren. Von der minutiösen Planung hinter den Kulissen bekam kaum jemand etwas mit. Mit ähnlicher Genauigkeit ging man offenbar bei der Planung des Greenpeace-Internetauftritts zu Werke.

Abbildung der Startseite von greenpeace.de

Es wurde offensichtlich viel Wert auf eine zeitgemäße Programmierung gelegt. So sind Inhalt und Layout durch die Verwendung von CSS sauber voneinander getrennt, die Seiten validieren vollständig. Gliederung und Struktur der Seiten lassen kaum Wünsche offen.

Die Alternativtexte der Schriftgrafiken in der rechten Spalte auf der Startseite sind zwar sehr knapp, beschreiben jedoch das Linkziel treffend. Man kann sich darüber streiten, ob zusätzlich eine kurze Beschreibung des jeweiligen Bildinhalts notwendig ist. Aus unserer Sicht ist aber beispielsweise beim Delphin-Bild der alt-Text "Unterstützen Sie unsere Arbeit durch Ihre Spende" ein guter Ersatz für das Bild, das den sehenden Besucher ja ebenfalls dazu auffordert, zu spenden - nur eben mit visuellen Mitteln.

Die Mängelliste fällt kurz aus:

  • Bei Schriftvergrößerung kommt es auf einigen Seiten zu Überlappungen.
  • Es werden mehrere Schriftgrafiken verwendet.
  • Beim Submit-Button der Suche ist der Kontrast nicht ausreichend.
  • Wie schon beim letzten Test der Woche gibt es auch hier wieder einen versteckten, mit h2 ausgezeichneten Slogan ("Gewaltfrei, unabhängig, international"), der nur Benutzern präsentiert wird, die die Website ohne Styles betrachten oder einen Screenreader benutzen.

Fazit: Mit einem Ergebnis von 97,5 Punkten ist das Webangebot von Greenpeace sehr gut zugänglich.

Getestet von: Detlef Girke, BIK-Beratungsstelle Hamburg
Internetadresse: http://www.greenpeace.de
Testergebnis: 97,5 von 100 Punkten

Nachtrag vom 29.11.2005

Greenpeace hat folgende Verbesserungen vorgenommen (siehe auch den Kommentar von Greenpeace vom 25.11.2005 weiter unten):

  • Der versteckte h2-Slogan "Gewaltfrei, unabhängig, international" wurde entfernt.
  • Die Helligkeitsdifferenz des Submit-Buttons der Suche wurde erhöht und erreicht jetzt den geforderten Wert von mindestens 125.

Kommentare

Kommentar von Rainer Schlegel am 09.11.2005 um 16:36 Uhr

Das wäre mal eine Diskussion wert: Wie schafft man den Spagat zwischen Barrierefreiheit und Suchmaschinenoptimierung? Google hat anscheinend wieder mal den Algorithmus verändert und bevorzugt jetzt wieder Seiten, die voll sind mit Suchbegriffen. Wer seine Seiten barrierefrei gestaltet und auch Screenreader-Benutzer nicht mit versteckten Überschriften und Absätzen zutextet (siehe Testergebnisse Natko und Greenpeace), sieht bei den Suchmaschinen schnell ganz alt aus, wenn ihm externe Verlinkungen fehlen. Bleibt wohl genauso ein Problem wie fehlende barrierefreie Schriftersetzungstechniken.

Kommentar von Roman Mora, Webmaster Greenpeace e.V. am 09.11.2005 um 18:25 Uhr

Als Antwort auf den Kommentar von Herrn Schlegel:

Wir wollen sicherlich niemanden mit dem versteckten Slogan "Gewaltfrei, unabhängig, international" zutexten. Vielleicht kennen Sie das: Beim Web-Development überleben oftmals ungenutzte Markup-Elemente die Konzeptionsphase und existieren dann im Produktionsbetrieb weiter. Dieser h2-Slogan sollte eigentlich mal präsentiert werden und ist derzeit tatsächlich ein unnötiges Rudiment. Mehr Google-Referrer werden wir durch diese versteckten Keywords "gewaltfrei", "unabhängig" und "international" sicherlich nicht bekommen. Sofern wir zeitnah keine Darstellungsmöglichkeit für dieses h2-Element finden, werden wir es entfernen.

Kommentar von Rainer Schlegel am 10.11.2005 um 12:26 Uhr

Sorry, das war kein Vorwurf, bewusst jemanden "zuzutexten". Ich wollte nur die Diskussion anstoßen über ein oft bewusst genutztes (missbrauchtes?) Mittel zur Suchmaschinenoptimierung. Ich habe beim Auftritt artvilla.de für die 95plus-Liste alle versteckten Texte entfernt. Der Erfolg kam prompt: Absturz bei Google um 4-5 Seiten. Dagegen sind jetzt einige Seiten vorher zu finden, die mit den von mir benutzten Suchbegriffen wenig oder nichts zu tun haben. Und diese Seiten sind auch alles andere als standardkonform oder gar barrierefrei. Da bekommt man als sauber arbeitender Webdesigner Bluthochdruck. Es geht anscheinend bei Suchmaschinen doch nur mit Tricks, wenn man zwecks Pagerank-Verlinkung nicht in einer gut funktionierenden Blog-Gemeinde steckt, was bei kommerziellen Seiten selten der Fall ist.

Kommentar von Roman Mora, Webmaster Greenpeace e.V. am 25.11.2005 um 09:03 Uhr

Als Reaktion auf das Testergebnis haben wir die ersten kleinen Veränderungen an der Website http://www.greenpeace.de/ vorgenommen:

1. der Kontrast des Submit-Buttons der Suche wurde in dem Maße erhöht, dass er jetzt den Anforderungen genügt

2. der versteckte h2-Slogan "Gewaltfrei, unabhängig, international" wurde aus dem Markup entfernt, da wir hierfür keine sinnvolle Darstellungsmöglichkeit gefunden haben

Kommentar von David Bruchmann, Mediengestaltung am 19.06.2006 um 16:12 Uhr

97.5 Punkte ist ja ein schönes Ergebnis.
Unter gestalterischen Aspekten finde ich die Seite jedoch etwas lau. Dies mag zum Teil daran liegen, daß Barrierefreiheit gar nicht den primären Anspruch hat, pixelgenaue Darstellung auf allen Systemen zu ermöglichen, allerdings werden teilweise einfach eigenartige Gestaltungsmittel verwendet:
- im Multimedibereich 'hängen' die Bilder an den horizontalen Trennlinien
- die Linke Navigation wird auf einigen Seiten komplett weggelassen und der Platz wird mit Content gefüllt, dabei wäre bei vielen Seiten eine Seitennavigation aufgrund des umfangreichen Inhalts gar nicht schlecht. Das scheinbare Fehlen der Navigation auf einigen Seiten sieht beim 'Durchblättern' nicht nur eigenartig aus, sondern verwirrt Anfangs auch etwas.
- Die farbliche Gestalltung ist recht kunterbunt. Kontraste der Links werden unnötig in Orange angezeigt, ein Grünton wäre zur Seite passender gewesen.
- Trennlinien werden teilweise gestrichelt angezeigt. Bei tabellarisch aussehenden Listen kann man die einzelnen Punkte auch mit weniger störender Gestaltung voneinander abgrenzen.
- Die Kombination verschiedener Grüntöne zur Kennzeichnung von Unterbereichen ist sehr uneinheitlich. Rechts werden sehr kräftige Farben verwendet, im Contenbereich sieht das Grün fahl oder langweilig aus. Die Kennzeichnungen auf der rechten Seite lassen sich von den farbenfrohen Werbegrafiken auf den ersten Blick kaum unterscheiden.
- Die Seite ist zwar etwas schlichter als die internationale Seite (Plakatwand) aber eine klare Blickführung durch Linien- und Farbgebung ist nicht besonders feinfühlig gelöst.
- Die Navigation im Footer wirkt optisch unsortiert oder zusammengewürfelt, auch wenn sich ein System relativ schnell erkennen läßt.

Eine optische Mängel sind sicher von einzelnen Redakteuren abhängig im Großen und Ganzen habe ich jedoch den Eindruck dass mehr Zurückhaltung bei der grafischen Gestaltung dem Inhalt zu Gute kommen würde.


Auf dieser Seite kommen 4 Begriffe vor, die in unserem Wörterbuch erläutert werden: Barrierefreiheit, CSS, Screenreader und standardkonform.


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Letzte Änderung: 07.11.2007   |   © 2004-2007 DIAS GmbH   |   Impressum   |   Barrierefrei