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Test der Woche vom 10.05.2005
Gmünder Ersatzkasse (GEK)

Immer mehr Krankenkassen bemühen sich um ein barrierefreies Webangebot. Es gibt zahlreiche Pressemeldungen und Stellungnahmen zum Thema - auch von kleineren Krankenkassen wie zum Beispiel der Taunus BKK, der BKK Essanelle oder der BKK Gildemeister Seidensticker. Die zunehmende Beschäftigung mit der Thematik mag auch damit zusammenhängen, dass viele gesetzliche Krankenkassen dazu verpflichtet sind, die BITV bis zum 31.12.2005 umzusetzen.

Wer etwas genauer hinsieht, stellt fest, dass Barrierefreiheit recht unterschiedlich aufgefasst wird. So sind beispielsweise unter den als zugänglich angepriesenen Angeboten auch Textversionen dabei - eigentlich keine barrierefreie Lösung im Sinne der BITV.

Wir möchten wissen, wie zugänglich die als barrierefrei deklarierten Webangebote der gesetzlichen Krankenkassen tatsächlich sind und untersuchen deshalb in den kommenden Wochen in loser Folge einige Krankenkassen-Auftritte im Test der Woche.

Den Anfang machen wir mit dem Webangebot der Gmünder Ersatzkasse (GEK).

Abbildung der Startseite des GEK-Webangebots

Nach eigener Einschätzung ist die Website barrierefrei im Sinne der BITV.

Die Kriterien dafür beschreibt die GEK wie folgt:

  • "Inhalt und Layout sind komplett voneinander getrennt"

    Das können wir mit Einschränkungen bestätigen.

    Wünschenswert wäre, dass Menü und Navigationsleisten als HTML-Listen ausgezeichnet werden. Das ist nicht der Fall.

    Ein weiterer Schwachpunkt: Absätze im Text werden nicht mittels p gegliedert.

    Grenzwertig ist der Umgang mit Datentabellen. Die Tabelle mit den Beitragssätzen ist eine Mischung aus Layouttabelle und komplexer Datentabelle. Aus Sicht der Zugänglichkeit ist sie jedenfalls in mehrfacher Hinsicht problematisch: Sie ist an einigen Stellen nicht linearisierbar, einige Überschriften sind nicht ausgezeichnet und auf die in diesem Fall notwendige Verknüpfung von Daten- und Überschriftenzellen (z.B. mittels headers und id) wird verzichtet. Statt einer großen, strukturell unübersichtlichen Tabelle wäre es hier sinnvoller, die Inhalte in kleinere Tabellen aufzuteilen.

  • "Die Zugänglichkeit der Inhalte ist auch ohne Stylesheets, ohne Javascript, in reinen Textbrowsern oder mittels Screenreadern gewährleistet"

    Auch das ist nicht ganz richtig. Es ist keine gute Idee, wichtige Formularfelder mittels document.write einzubinden. In dem getesteten Kontaktformular betrifft das die Felder "Betreff" und "Nachrichtentext". Ohne Javascript-Unterstützung sind diese Felder nicht verfügbar.

    Fehlerhaft ausgefüllte Formularfelder werden nur mittels Hintergrundfarbe gekennzeichnet. Diese Information steht daher für Screenreader- und Textbrowserbenutzer sowie auch für Benutzer mit individuellen Farbeinstellungen nicht zur Verfügung.

  • "Farben und Kontraste sind optimiert worden"

    Wir testen die Helligkeitsdifferenz für Texte und Grafiken mit der vom W3C vorgeschlagenen Formel zur Berechnung von Kontrasten. Überwiegend schneiden die Kontraste des GEK-Webangebots gut ab. Trotzdem müssen beide Prüfschritte als nur teilweise erfüllt bewertet werden. Denn bei den Grafiken für die Anpassung der Schriftgröße wird der Mindestwert knapp unterschritten, beim Text des Servicemenüs sogar recht deutlich.

  • "Die Schriftgrösse ist frei wählbar"

    Das stimmt, aber auch hier gibt es eine kleine Einschränkung: Die Formularfelder sind nicht skalierbar.

  • "Das Angebot ist komplett über die Tastatur navigierbar"

    Das stimmt, aber gleichwertig ist die Tastaturbedienung nicht. Nur für Mausnutzer wird die aktuelle Position des Fokus deutlich gezeigt, Tastaturnutzer müssen auf die Hervorhebung verzichten. Irritierend ist auch die umgekehrte Tabulatorreihenfolge im Servicemenü.

  • "Einsatz aktueller W3C-Technologien mit validiertem Code."

    Hier wird zuviel versprochen. Keine der drei getesteten Seiten validiert gegen den deklarierten Doctype XHTML 1.0 Transitional. Zudem werden an einigen Stellen noch veraltete Elemente und Attribute eingesetzt.

Die Prüfung in den Bereichen Navigation und Orientierung hinterlässt einen gemischten Eindruck. Wir kritisieren hier insbesondere die nicht konsistenten und unpräzisen Angaben in der Breadcrumb-Navigation.

Ein Begriff wie "MYGEK" wird von vielen Nutzern nicht verstanden, er sollte zumindest um einen erklärenden Hinweis im title-Attribut ergänzt werden.

Die Linktexte informieren nicht über spezielle Dateiformate, auch sind sie in einigen Fällen nicht aussagekräftig ("Lesen Sie mehr"). Neue Fenster oder Pop-Ups werden nicht angekündigt.

Fazit

Sehr gute Ansätze, aber viele kleine Fehler und leicht zu behebende Probleme, die das Gesamtergebnis auf nur 79 Punkte drücken.

Getestet von: Thomas Mayer, BIK-Beratungsstelle Hamburg
Internetadresse: http://www.gek.de
Testergebnis: 79 von 100 Punkten

Getestete Webangebote anderer Krankenkassen:


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Letzte Änderung: 02.03.2010   |   © 2004-2007 DIAS GmbH   |   Impressum   |   Barrierefrei