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Test der Woche vom 21.06.2005
Hamburg Münchener Krankenkasse

Um unsere Reihe der Krankenkassen fortzusetzen, schauen wir uns diese Woche die Hamburg Münchener Krankenkasse an.

Abbildung der Startseite von hmk.info

Laut Selbsteinschätzung des Anbieters

"wurden zahlreiche Hindernisse für behinderte Menschen "weggeräumt": Das Layout verzichtet auf die Verwendung von Tabellen, die eines der größten Probleme zur Gestaltung einer barrierefreien Internetseite darstellen."

An dieser Stelle sei erst einmal darauf hingewiesen, dass ein Tabellenlayout nicht prinzipiell eine große Barriere darstellen muss. Es kommt drauf an, wie man es macht. Und umgekehrt: Mit der formalen Trennung von Inhalt und Layout allein ist es noch nicht getan. Es kommt darauf an, dass die Struktur tatsächlich unabhängig von der Darstellung verfügbar ist - und dafür müssen die HTML-Strukturelemente verwendet werden.

Die vom Inhalt getrennte Umsetzung des Layouts mit CSS ist im Großen und Ganzen gut gelungen.

Bei der Verwendung der Strukturelemente hapert es allerdings:

  • Überschriften-Elemente sind zwar vorhanden, sie werden aber nicht dafür benutzt, die verschiedenen Bereiche (etwa die einzelnen Menüs) zu benennen. Ohne visuelle Gestaltung ist es daher schwer, beispielsweise die Beziehung zwischen Haupt- und Bereichsmenü zu verstehen. Leider werden auch keine Sprunglinks zu den verschiedenen Navigationsbereichen angeboten.
  • In Datentabellen sind die Überschriftenzellen nur visuell mit b und nicht strukturell mit th ausgezeichnet (und darüber hinaus werden mit veralteten Attributen Gestaltungsvorgaben direkt im HTML-Code vorgenommen).
  • Im getesteten Formular wird die Verknüpfung von Beschriftung und Formularfeld nicht mittels label-Element unabhängig von der Darstellung sichergestellt.

Lobenswert ist dagegen der Umgang mit den Strukturelementen für Listen: Auch die Menüeinträge sind vorbildlich als Listen ausgezeichnet.

Schade ist eigentlich, dass die Seiten nicht validieren - oft aus geringfügigen Gründen.

"Die Navigation ist nicht nur mit der Maus, sondern auch über die Tastatur möglich. Grafiken sind alternativ durch Texte beschrieben, Sehschwache können die Schriftgröße ihren Bedürfnissen anpassen und Blinde können mithilfe von Screenreadern die Bildschirminhalte erfassen."

Bei der Tastaturbedienbarkeit sind wir mit dem Internet Explorer auf Schwierigkeiten gestoßen: Man bleibt zwischen dem Logo und der Suche hängen, die anderen Links sind dadurch nicht erreichbar. Andere Browser meistern diese Situation zwar problemlos. Der Internet Explorer ist jedoch der entscheidende Browser für Hilfsmittel und somit ist dies als klarer Mangel zu verzeichnen.

Mit dem Browser Firefox ist die Reihenfolge mit Tastaturbedienung an der Stelle der Suche nicht schlüssig: Man kann nach dem Eingeben eines Suchbegriffs die Suche nicht direkt abschicken, sondern muss erst eine Schleife durch 5 andere Links tabben.

Auch ist die aktuelle Position des Fokus per Tastatur nicht genauso nachvollziehbar wie mit der Maus.

"Wir sind sicher mit dem Umbau unserer Internetseiten allen Versicherten bzw. Interessenten entgegengekommen zu sein, denn insgesamt sind die Seiten klarer strukturiert und inhaltlich noch attraktiver geworden."

Wie gesagt: Wer sich die Seiten vorlesen lässt, bekommt von ihrer Struktur kaum etwas mit. Aber die Bildschirmansicht der Seiten wirkt sehr "aufgeräumt" und übersichtlich. Es ist immer klar nachvollziehbar, wo man sich im Angebot befindet.

Was gibt es noch?

Das Bedienelement "Seite drucken" ist ein anschauliches Beispiel für eine vielfache und vermeidbare Barriere: eine nicht notwendige Schriftgrafik ohne Alternativtext mit transparentem Hintergrund, die durch Anklicken ein unangekündigtes neues Fenster öffnet.

Der einzige "Vorteil": Mit dem Ersetzen durch einen Textlink mit Symbol und entsprechenden Alternativtexten ließen sich hier gleich mehrere Barrieren auf einmal ganz einfach beseitigen.

Fazit

Das Webangebot der Hamburg-Münchener schneidet in unserem Test trotz CSS-Layout und einigen guten Ansätzen schlecht ab. Viele für die Zugänglichkeit maßgebliche Aspekte sind nicht ausreichend berücksichtigt worden. Dazu zählen insbesondere die Tastaturbedienbarkeit und die Strukturierung.

Getestet von: Susanne Lutz, BIK-Beratungsstelle Berlin
Internetadresse: http://www.hmk.info
Testergebnis: 75 von 100 Punkten

Getestete Webangebote anderer Krankenkassen:


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