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Test der Woche vom 31.01.2007
Otto Bock HealthCare

Diese Woche haben wir das Webangebot des Orthopädietechnik-Anbieters Otto Bock HealthCare auf Zugänglichkeit geprüft.

Abbildung der Startseite von ottobock.de

In der Pressemitteilung vom 22.12.2006 "Otto Bock beseitigt Barrieren im Netz (PDF, 92 KB)" ist zu lesen:

Ein möglichst barrierefreier Zugang zu Informationen sollte so selbstverständlich sein wie ein Behindertenparkplatz.

Das finden wir auch. Weiterhin heißt es dort:

Für das Medizintechnik-Unternehmen Otto Bock ist es nahe liegend, eine weitgehend barrierefreie Präsentation anzubieten.

Wir haben geprüft, ob ottobock.de hält, was die Pressemitteilung verspricht - mit durchwachsenem Ergebnis. Von einer "weitgehend barrierefreien" Präsentation darf man sicherlich sprechen, allerdings haben wir eine ganze Reihe von Mängeln gefunden, die wir hier näher erläutern möchten.

Formale Mängel

Wie schon beim letzte Woche geprüften Webangebot eu2007.de wurde auf die formalen Aspekte der Barrierefreiheit anscheinend nicht viel Wert gelegt. Die drei geprüften Seiten sind allesamt nicht valide. Es werden veraltete Attribute wie bgcolor eingesetzt. Und obwohl das Layout der Seiten eigentlich vollständig mit CSS realisiert wurde, befindet sich auf jeder Seite eine einzelne Layouttabelle, die alle Inhalte in einer Zelle beherbergt (das ist natürlich nur ein kleiner Schönheitsfehler, der praktischen Zugänglichkeit tut diese Tabelle sicherlich keinen Abbruch).

Strukturierung nicht ausreichend

Die Strukturierung der Texte mit Überschriftenelementen ist in Ordnung, allerdings sind die verschiedenen Bereiche mit für sich nutzbaren Inhalten (wie Navigation, Inhalt, rechte Spalte) weder mit (unsichtbaren) Überschriften versehen, noch via Sprunglinks ansteuerbar. Listenelemente werden leider überhaupt nicht eingesetzt, weder für die Menüs noch für Aufzählungen im Inhalt (wie beispielsweise die Sitemap). Absätze sind nicht durchgehend mit dem p-Element ausgezeichnet.

Unangekündigte neue Fenster und fehlende Sprachauszeichnung

Dass neue Browserfenster nicht angekündigt werden, ist vor allem für blinde und sehbehinderte Nutzer ungünstig. Auch die fast vollständig fehlende Sprachauszeichnung erschwert blinden Besuchern die Nutzung, da anderssprachige Begriffe ohne entsprechende Kennzeichnung oft unverständlich ausgesprochen werden.

Tastaturbedienbarkeit nicht optimal

Nicht jeder kann eine Maus benutzen (beispielsweise wegen einer motorischen Behinderung), daher ist eine gute Tastaturbedienbarkeit sehr wichtig. In diesem Bereich gibt es bei ottobock.de Optimierungsbedarf.

Zum einen sollte die Reihenfolge, in der Links und Formularelemente mit der Tabulator-Taste angesteuert werden, schlüssig sein. Das ist insbesondere auf der Kontaktseite nicht der Fall, hier landet man beim "Durchtabben" zuerst im Formular, dann durchwandert man die anderen Bereiche der Seite, erst ganz zum Schluss landet man auf dem Abschicken-Button des Formulars. Besser wäre es, wenn die Tab-Reihenfolge konsequenter der visuellen Anordnung der Elemente auf dem Bildschirm folgen würde.

Darüber hinaus werden Links im Fokus für Tastaturnutzer leider nicht visuell hervorgehoben, es ist also nicht immer leicht zu erkennen, welchen Link man gerade mit der Tab-Taste angesteuert hat.

Gute Skalierbarkeit, aber winzige Schrift

In der Pressemitteilung (PDF, 92 KB) steht unter der Überschrift "Das Layout wächst mit":

Darum werden barrierefreie Internetseiten so gestaltet, dass sich die Schriftgrößen und gleichermaßen auch das Layout den Bedürfnissen des Besuchers der Seite anpasst.

Das ist bei Otto Bock tatsächlich entsprechend realisiert. Das Layout und die Schriften sind skalierbar und bleiben nach der Vergrößerung nutzbar (mit Ausnahme der "mehr"-Links, die im Internet Explorer nicht mitwachsen). Schade finden wir allerdings, dass die Ausgangsschriftgröße sehr klein gewählt ist.

Unzugängliche PDFs

Stichproben ergaben, dass die angebotenen PDF-Dateien nicht getaggt und strukturiert sind, HTML-Alternativen sind nicht vorhanden. Besucher werden nicht über die Zugänglichkeit der PDFs informiert.

Fazit

Insgesamt erreicht ottobock.de aufgrund der recht zahlreichen genannten und einiger weiterer kleinerer Mängel mit 80,5 Punkten gerade noch die Bewertung "eingeschränkt zugänglich". Wir möchten unbedingt zum Weitermachen ermuntern, mit ein wenig "Feintuning" ist die Bewertung "gut zugänglich" sicherlich mit überschaubarem Aufwand erreichbar.

Internetadresse: http://www.ottobock.de

Getestet von: Susanne Lutz, BIK-Beratungsstelle Berlin
Testergebnis: 80,5 von 100 Punkten (eingeschränkt zugänglich)


Kommentare

Kommentar von Harald am 04.02.2007 um 23:44 Uhr

Kann man eigentlich Sites für den "Test der Woche" vorschlagen?

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Letzte Änderung: 07.11.2007   |   © 2004-2007 DIAS GmbH   |   Impressum   |   Barrierefrei